Sieb- und Tampondruck Bedarfs AG

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Garantie / Gewährleistung für siebgedruckte Artikel

Beim Kauf von Elektroartikeln und Haushaltsgeräten oder auch Autos sind Garantieleistungen von einem halben Jahr bis mehreren Jahren durchaus gang und gäbe. Automobilhersteller denken bereits heute über eine lebenslange Gewährleistung und Garantie ihrer Modelle nach. Garantieleistungen dieser Art sind verkaufsfördernd, da sie ja schließlich den hohen Qualitätsstandard der entsprechenden Produkte bestätigen. So werden Tests bezüglich des dauernden Einsatzes in Labors und in der Praxis – teilweise unter extremen Bedingungen durchgeführt. Unterstützt durch derartige Garantieleistungen hat der Käufer das Gefühl, ein hochwertiges langlebiges Produkt erworben zu haben. Andere Gewährleistungen z.B. Anbaugebiet oder entsprechende Verfahren zur Erzeugung von Lebens- und Genussmittel können für den Konsumenten ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein. Garantien sind in allen Fällen verbindliche Versprechungen, die vereinbarungs- oder produktbezogen entsprechende Aussagen betreffen. Im Schadensfall sind mit den entsprechenden Garantievereinbarungen Regeln hinsichtlich Ersatz oder auch Nachbesserungen erstellt. So schützen Garantien den Verbraucher auf der einen Seite und fördern den Verkauf auf der anderen. Beide Parteien – Verkäufer und Käufer – haben einen entsprechenden Vorteil.

Grundsätzlich wird eine gewisse Form der Gewährleistung auch hier praktiziert. Trotzdem muss Garantie im Zusammenhang mit Siebdruckfarben differenziert betrachtet werden. Die Frage, wofür garantiert wird und wofür nicht, ist prinzipiell leicht zu beantworten. Eigenschaften des Produkts selbst (also der Siebdruckfarbe) wie ihre rezepturgetreue Herstellung, ihre Verarbeitbarkeit (Lagerbeständigkeit) sind Kriterien, die der Hersteller von Siebdruckfarben überprüfen und somit gewährleisten kann. Eingeführte QM-Instrumente in Verbindung mit erstellten Zertifikaten zu einzelnen Siebdruckfarbenchargen dokumentieren die Einhaltung engster Produktionsparameter. Eigenschaften der Druckexponate wie in erster Linie Langlebigkeit sind jedoch nicht nur von der Qualität der Siebdruckfarbe, sondern von der Verarbeitung und dem Bedruckstoff selbst in hohem Maß abhängig. Hier ausschließlich von Seiten des Farbherstellers Gewährleistungen zu geben, ist unseriös – im Prinzip auch unmöglich.

EIN KURZES BEISPIEL:
Bei Coates Screen Inks GmbH wurden umfangreiche Drucktests mit ein und derselben Siebdruckfarbe auf verschiedenen Bedruckstoffen erstellt, welche anschließend kurzbewittert wurden. Die entsprechenden Drucke wurden nach verschiedenen Zeitabständen beurteilt.

ERGEBNIS:
Einige dieser Drucke zeigten nach relativ kurzer Zeit erhebliche Verwitterungseigenschaften wie Glanzverlust, Kreiden oder Fleckenbildung. Andere Drucke mit dem selben Siebdruckfarbenaufbau hingegen waren nach mehrjähriger Bewitterung in einem nahezu neuwertigen Zustand. Hier wird einem bewusst, welchen enormen Einfluss vor allem auch der Bedruckstoff auf die Langlebigkeit der Siebdruckexponate ausübt. Nicht umsonst versprechen Folienhersteller für den Einsatz der verschiedenen Folienprodukte unterschiedliche Langlebigkeit. Die Folienhersteller selbst geben in Verbindung mit Siebdruckfarbqualitäten Gewährleistungen zu Druckexponaten. Teilweise greifen die Folienhersteller auf eigene Druckfarbreihen zurück, andererseits wird auch die Zusammenarbeit von Folienherstellern mit Farbherstellern praktiziert. Interessant wird es, wenn man den Gewährleistungsumfang der Garantien der einzelnen Folienhersteller genauer betrachtet. Hierbei wird mehr oder weniger betont, dass durch Witterungseinflüsse über die Dauer Veränderungen im Glanz und auch geringfügige Veränderungen der Farbe sowie auch teilweise eine Versprödung auftreten können. Diese Veränderungen werden als naturgegeben beschrieben und nicht als Fehler. Sie werden nicht in irgendeiner Form der Garantieerklärung abgedeckt. Natürlich ist es schwierig, Begriffe wie „geringfügig“ und „gewisse Änderung“ genauer zu definieren. Es wird hier immer auch darum gehen, ob das Druckexponat noch dazu angetan ist, den ursprünglichen Gedanken des Werbeauftrags oder der Kennzeichnung zu erfüllen. Im Auge behalten sollte man auch das Gebiet bzw. die Klimasituation, in welcher sich das Druckexponat befindet. Es ist sicherlich ein gravierender Unterschied, ob sich eine Fahrzeugbeklebung im mit-teleuropäischen Klima oder gar in extrem südlichen Gefilden befindet. Dass der Einfluss von Siebdruckfarbqualitäten auf die Witterungs- und Außenbeständigkeit gravierend ist, ist offensichtlich. Spezielle Bindemittelsysteme und hochwertige, lichtechte Pigmente ermöglichen die Herstellung von extrem außenbeständigen Siebdruckfarben. Siebdrucke haben sich deshalb für den langfristigen Außeneinsatz gegenüber anderen Druckverfahren bestens bewährt, da sie durch ihre Langlebigkeit an Werbewirksamkeit nicht verlieren. Automobildekorstreifendrucke, Schilder und Acrylattransparente sind nach 5 Jahren meist noch in einem tadellosen und nahezu neuwertigen Zustand. Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch die sorgfältige Abstimmung von Bedruckstoff, Siebdruckfarbe und Verarbeitung. Die Verantwortung hierfür kann im Prinzip ausschließlich der Druckbetrieb tragen. Die Aufgabe der Materiallieferanten hierbei soll und muss es sein, ihren Kunden Hilfestellung zu leisten. Labor- und Erfahrungswerte von Farblieferanten und Bedruckstoffherstellern stehen dem Siebdrucker im Regelfall zur Verfügung. Diese sind jedoch in keinem Fall eine Garantieaussage, sondern als technische Hilfestellung zu verstehen. Was ist also zu tun? Betrachten wir uns in diesem Zusammenhang die Siebdruckpraxis in den Vereinigten Staaten von Amerika. In den USA ist Garantieleistung und auch -forderung imSiebdruck gang und gäbe. Was machen die meisten der Siebdruckbetriebe dort anders als bei uns hier? Bei meinen vielen Besuchen in Siebdruckbetrieben in den USA findet man Kurzbewitterungsgeräte vor, die es dem Siebdruckunternehmen ermöglichen, Aussagen über die Langlebigkeit der erstellten Siebdrucke zu treffen. Für entsprechende Aufträge werden selbstverständlich dann Erfahrungen mit geeigneten Bedruckstoffen in Verbindung mit den entsprechenden Farbsystemen zum Einsatz gelangen. Regelmäßig werden von diesen Aufträgen weiter Kurzbewitterungen durchgeführt, die dem Unternehmen Kenntnisse über die Langlebigkeit ihrer Produkte geben.

GARANTIE BEI SIEBDRUCKFARBEN
Zuerst muss man sich mit dem Auftraggeber über seine Wünsche diesbezüglich im Klaren sein. Welche Eigenschaften bzw.welche Beständigkeiten werden erwartet. Bedruckstoffqualitäten wie auch Farbsysteme müssen den Anforderungen angepasst sein. Liegen bereits Erfahrungen mit entsprechenden Materialien vor, so kann man auf diese zurückgreifen. Wenn nicht, sollten Farblieferant und Bedruckstoffhersteller zu Rate gezogen werden. Speziell bei Siebdruckfarben sind das Bindemittelsystem wie auch die entsprechen den Pigmentierungen für die Licht- und Wetterbeständigkeit wichtige Voraussetzungen. Zusätzlich kann man mit entsprechenden Überlackierungen die Witterungsbeständigkeit wie auch mechanische Beständigkeit, die von Drucken erwartet wird, deutlich verbessern. Drucke aus dieser Auflage sollten getestet und eventuell bewittert werden. Schnellbewitterungen ermöglichen es in relativ kurzen Zeiträumen, ein Bild über die Außenbewitterung in Jahren zu schaffen. Im Allgemeinen verkürzen sie den Zeitraum um den Faktor 8 -10. So entsprechen 3 Monate Kurzbewitterung in etwa einer Außenbewitterung von 2 bis 21/2 Jahren. Für entsprechende Siebdruckbetriebe kann die Anschaffung von Kurzbewitterungsgeräten eine sinnvolle Investition darstellen. So erhält der Siebdruckbetrieb ein Bild über die Beschaffenheit – sprich Beständigkeit seiner Arbeiten und kann Qualitätsvergleiche anstellen. Dadurch hat der Siebdruckbetrieb schließlich eine vernünftige Argumentation seinen Auftraggebern gegenüber. Andererseits bieten Farbhersteller ihren Kunden auch die Möglichkeit, in ihren Labors Kurzbewitterungen durchzuführen.