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Umweltkonzept im Bereich UV-Siebdruckfarben

Unsere Gesellschaft fordert schon seit längerer Zeit eine Rückbesinnung zu mehr Nachhaltigkeit. Der ökologische Gedanke spiegelt sich im Umweltschutz wieder, der nicht zuletzt auch nach einem schonenden und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen verlangt, von denen wir ja wissen, dass viele nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Nachdem wir wissen, dass fossile Energieträger eines Tages knapp werden, hat sich die Welt auf die vermehrte Nutzung von regenerativen Energiequellen eingestellt. Man hat erkannt, dass Erdöl und andere fossile Rohstoffe eigentlich viel zu schade sind, um einfach nur für die Energiegewinnung verheizt zu werden. Öl und Kohle sind z.B. wertvolle Ausgangsmaterialien für die Chemie und Pharmazie, und müssen schon alleine deshalb für die nachkommenden Generationen erhalten bleiben. Der größte Anteil an Farben und Lacken basiert immer noch auf einer Rohstoffbasis, die vom Erdöl ausgeht. Es ist also die konsequente Weiterführung der ökologischen Idee, wenn wir nun auch grüne Alternativen für den Druckfarbenbereich anbieten, und diese Technologie auch weiterentwickeln. Seit der Markteinführung unserer UV-härtenden Siebdruckfarbe BCC auf Basis nachwachsender Rohstoffe haben wir ein enormes Interesse an diesem Konzept erfahren. Die häufigsten Fragen daraus möchten wir Ihnen nun im folgenden FAQ- Katalog beantworten. Wie sieht die Zukunft hinsichtlich des Angebots an Druckfarben aus nachwachsenden Rohstoffen aus?

Wird es eines Tages möglich sein, Druckfarben generell auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen umzustellen?
Antwort: Wir von Coates Screen Inks GmbH haben zunächst einmal den Grundstein gelegt und gezeigt, dass Nachhaltigkeit auch mit moderner Drucktechnologie realisierbar ist. Unsere neue Biocure Farbe ist eine UV-härtende Druckfarbe, die schnell zu verarbeiten ist. Es geht ja nicht nur um Nachhaltigkeit, wir wollen ja auch die Errungenschaften der heutigen Technologie nutzen. Theoretisch können Sie auch die gute, alte Ölfarbe wieder aus der Schublade holen, wenn Sie unbedingt ein nachhaltiges System verwenden möchten. Nur, welche Druckerei kann es sich leisten, Druckexponate stundenlang oder sogar Tage im Hordenwagen auszulegen, bevor die Farbe belastbar wird? Die BCC kann unter den momentan üblichen, industriellen Standardbedingungen gefahren werden. Die Drucke können nach dem Prozess problemlos gestapelt werden. Wir stehen hier erst am Anfang dieser neuen Entwicklung. Zunächst müssen wir einmal aufzeigen, was derzeit technisch möglich ist. Die Solarenergiebranche hat das ja ähnlich gemacht. Vor einem Jahrzehnt konnte sich auch kaum jemand vorstellen, dass dieser Markt in relativ kurzer Zeit ein derart hohes Potenzial entwickeln wird. Es sind die Visionen, die uns nach vorne bringen. Für eine Art Biotechnologie im Druckfarbenbereich sehe ich durchaus ein gewaltiges Potenzial. Natürlich müssen wir auch dazu bereit sein, neue Wege zu gehen und unsere Fertigungsprozesse anzupassen. Nachdem wir mit Einführung des Biocure Concepts als Siebdruckfarbe ein außerordentliches Interesse auch für andere Applikationsverfahren beobachten, werden wir eruieren, inwiefern wir diese Technologie auch anderen Druckverfahren zugänglich machen können.

Was verbinden Sie mit dem Begriff „Biotechnologie“ im Druckfarbenbereich. Spielen für Sie neben der Nachhaltigkeit auch der gesundheitliche Aspekt, Gefährdungspotenzial und Umweltverträglichkeit eine Rolle, oder wollen Sie lediglich weg von der Erdölchemie?
Antwort: Natürlich berücksichtigen wir bei unserer Entwicklung sämtliche dieser Aspekte. Allerdings müssen wir tatsächlich definieren, auf welches Attribut der möglichen Eigenschaften wir uns konzentrieren wollen. Dazu pflegen wir einen sehr intensiven Kontakt mit unseren Kunden. „The Voice of the Customer“ , also auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen, ist sowohl bei Coates Screen als auch für Sun Chemical ein elementarer Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Mit der BCC haben wir ein Konzept der Ausgewogenheit verfolgt, das einen hervorragenden Kompromiss zwischen dem technisch Machbaren und dem ökologisch ökonomisch Sinnvollen eingeht. Technik muss funktionieren, und sie muss bezahlbar bleiben. Nicht alle Naturprodukte sind unbedenklich. Nehmen Sie zum Beispiel Lösemittelersatz aus Orangenterpenen. Viele Anwender und Verarbeiter reagieren auf diesen Stoff allergisch, so dass er im Lack- und Farbenbereich keine breite Anwendung findet. Produkte aus der Erdölchemie durch Naturprodukte zu substituieren muss also mit Bedacht und Weitsichtigkeit durchgeführt werden. Wir haben auch die Möglichkeit, die BCC vollkommen kennzeichnungsfrei zu formulieren, sofern das erwünscht wird. Das wird schließlich der Markt entscheiden. Wir stellen bewusst nur ein neues Konzept vor, die Details und weiteren Wünsche besprechen wir mit unseren Kunden, und setzen diese nach Möglichkeit um. Es geht uns in erster Linie darum, den richtigen Weg zum gewünschten Ziel einzuschlagen. Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen soll in diesem Konzept so hoch wie möglich sein, wir nehmen jedoch nicht in Anspruch, dass die Druckfarben zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen müssen. Mit dem Begriff „Bio„ könnte man ebenso die natürlich vorkommenden Rohstoffe assoziieren, wie beispielsweise zahlreiche Mineralien. Wir haben bei der Entwicklung der BCC uns das Ziel gesetzt, dass der überwiegende Anteil der Farbe aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen muss, um dem Attribut der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Gleichzeitig verbinden wir mit der BCC auch Fortschritte hinsichtlich des Arbeitsschutzes. Herkömmliche UV-Siebdruckfarben enthalten in der Regel einen hohen Anteil an Acrylatmonomeren, von denen einige ein ausgesprochen starkes Hautreiz und Allergiepotenzial besitzen. Zwar sind die üblichen Maßnahmen der Arbeitshygiene auch bei der Verarbeitung der BCC zu beachten, das Risiko einer Gefährdung ist jedoch deutlich geringer.

Gibt es bei der „Biofarbe“ besondere Verarbeitungsbedingungen, oder lassen sich die Farben wie „normale“ UV-Farben verarbeiten?
Antwort: Jedes Farbsystem hat seine spezifischen Verarbeitungsparameter, auch innerhalb der konventionellen UV-Farbsysteme. Grundsätzlich kann die BCC mit allen modernen und marktgängigen UV- Siebruckmaschinen gefahren werden. Der Härtungsmechanismus der „Biofarbe“ läuft über den Weg der bereits bekannten, so genannten „kationischen“ UV-Farben ab. Wer bereits kationisch härtende UV-Farben verarbeitet hat, wird die damit gemachten Erfahrungen auch auf die BCC übertragen können. Im Gegensatz zu den radikalisch härtenden UV-Farben ist der Nachhärtungseffekt nach der Bestrahlung hier deutlich ausgeprägter. Eine der häufigsten Fallen bei der Anwendung von kationischen Systemen ist jedoch, dass basische Verunreinigungen den Härtungsmechanismus vollkommen zum Erliegen bringen können. Siebgewebe und alle Teile, mit denen die flüssige Farbe in Berührung kommen könnte, müssen deshalb absolut sauber sein. Radikalische UV-Farben enthalten oftmals Amine oder aminmodifizierte Komponenten. Was bei diesen Farbsystemen eine Beschleunigung der Reaktivität ermöglicht, bewirkt bei kationischen Systemen gerade das Gegenteil. Basische Verunreinigungen können dazu führen, dass sich solche Farben überhaupt nicht mehr härten lassen. Ebenso ist darauf zu achten, dass der Bedruckstoff selbst keine basischen Bestandteile aufweist. Dies ist im Zweifelsfall durch einen Vorversuch schnell zu ermitteln. Bei den von uns empfohlenen Bedruckstoffen aus Kunststoffen, beispielsweise PP-Stegplatten oder auch PVC, sind Störungen nicht zu erwarten. Wenn die Grundregeln sorgfältig beachtet werden, bieten kationische UV-Farbsysteme, und insbesondere natürlich die Biocure Concept, gegenüber konventionellen Farben erhebliche Vorteile.

SIEBDRUCKFARBEN
Alfred Brunner
Technischer Direktor